10 Lessons from the Internet Shakeout - Wieso Start-Ups scheitern -

Veröffentlicht auf von Stephan Gemke


10 Lessons from the Internet Shakeout
- Wieso Start-Ups scheitern -


Einstige Internetunternehmen gehören heute der Geschichte an. Viel öfters machen Start-Ups eine Bruchladung, als dass sie sich etablieren können.

 

Tim Miller hat speziell auf den E-Commerce Bereich zugeschnittene 10 „Lessons from the Internet Shakeout“ erarbeitet, die ich nun im Kontext übersetzt im Folgenden aufgelistet habe.

 

1.       Nothing changes overnight. Das große Problem ist die übertriebene Euphorie in der New Economy, die zu realitätsfernen Wachstumsprognosen und Erwartungen führt. Die Kunden stehen neuartigen Featuren, Webseiten und Services hingegen generell immer etwas vorsichtiger und skeptischer gegenüber, als die Unternehmen, denn ob der Kundennutzen genauso groß ist wie die Vorteile für den Anbieter ist eine ganz schwierige Frage. Außerdem sind die Konsumgewohnheiten sehr konventionell und traditionell und ein bewährtes Kundenverhalten lässt sich nicht über Nacht ändern und gewisse Vorzüge, wie z.B. die menschliche Bedienung und Beratung sind im Internet schwieriger zu realisieren als in der „realen Welt“.

Wie man bei der DotCom-Blase und auch in Teilen beim Web 2.0 Boom gesehen hat, wächst das Angebot überproportional, im Gegensatz zu den Nachfragern. Kein Wunder also, wenn es nichts wird!

 

2.       New stuff doesn’t replace old stuff. Online-Shopping hat noch nicht in dem Umfang den klassischen Einkauf im Einzelhandel ersetzt, wie man sich das erhofft hatte. Daher verfehlen große und kostenintensive Investments ihre Verkaufs- und Renditeziele, wodurch wiederum finanzielle Mittel zum Ausbau und Verbesserung des E-Shops fehlen und man noch in unzureichender Größe weiter wirtschaften muss. Trösten kann man sich aber damit, dass die Aussichten für E-Commerce Unternehmen gut stehen, denn die nachfragebezogenen Voraussetzungen für einen Massenmarkt werden immer mehr geschaffen, durch die erhöhte Internetnutzung, erhöhte Erreichbarkeit des Internets und der steigenden Gewöhnung und damit auch Bereitschaft online zu shoppen.

 

3.       Too early? Too bad. Wenn Produkte, Services und Unternehmen zu früh online waren, bevor die o.g. technologischen Voraussetzungen gegeben sind, kann man nur scheitern. Denn dann trifft das Angebot auf keine bzw. eine sehr geringfügige Nachfrage. 

 

4.       Many Internet start-ups were „un-Internet.“ Im Internet tätig zu sein grenzt sich in vielerlei Hinsicht vom offline Betrieb ab. Firmen, die die Vorzüge des Netzes nicht annehmen, Webanwendungen nicht benutzen und ihr Tätigkeitsfeld und ihre Prozesse 1:1 in das Internet transformieren, die werden scheitern, da sie das Internet nicht verstanden haben, folglich nicht damit richtig umgehen können und so zwangsläufig scheitern müssen.

 

5.       Speculative frenzies led investors astray. Auf E-Commerce Firmen treffen die Lehren der Betriebswirtschaft nicht im vollen Umfang zu, da internetökonomische und branchenrelevanten Strategien dabei nicht berücksichtigt werden können, dennoch sollten traditionelle Investmentregeln nicht außer Acht gelassen werden. Die Strategien, Prozesse und Tätigkeitspunkte weichen zwar von den klassischen Wirtschaftsunternehmen ab, dennoch stellen auch hier solides Wirtschaften und solide  Finanzen die Basis für die Geschäftstätigkeit dar und die Regeln der Buchhaltung, des Controllings, der Bilanzierung und der Finanzierung und Investition treffen folglich auch auf Internetfirmen zu.

 

6.       Free is folly. Insbesondere die Medienunternehmen stehen vor einer schweren Aufgabe, denn Ihr Content, also Information, ist free, sprich kostenlos. Seine Geschäftstätigkeit frei zur Verfügung zu stellen, der free content, kann nicht durch Nebenerlöse finanziert werden und deswegen sollte man einen viel größeren Schwerpunkt auf die Refinanzierung seiner Onlineaktivitäten setzen, bevor das Onlinegeschäft zum reinen Verlustgeschäft wird.

 

7.       Narrowcast was used to broadcast. Das Web ist ein narrowcast Medium und man schneidet besser ab, wenn man auf Nischenmärkte, Differenzierungsstrategien und profitable Geschäftszweige setzt, anstatt auf undifferenzierte Massenmärkte, mit geringen Margen und hohen Marketingausgaben.

 

8.       The $50 million rule can kill. Zwar zielen Venture Capital Investoren auf Rendite, aber die 50-Million-Dollar Umsatz-Regel lässt etwas kleinere Start-Ups, die eigentlich besser aufgestellt sind und eher überleben könnten, außer Acht, wodurch langfristige Erträge nicht berücksichtig werden.

 

9.       It is hugely difficult to build the chicken and the egg simultaneously. Die Nachfrage- und Angebotsseite gleichzeitig bedienen zu müssen, wie dies etwas Intermediäre tun, ist sehr kosten- und zeitintensiv, den man muss eine kritische Masse von Verkäufern und Käufern schnell und zur gleich Zeit aufbauen und zusammenbringen.

 

10.   Prediction tools must improve. Vieles unternehmerisches Scheitern ist auf ein falsches Timing zurückzuführen. Entweder verpasst man einen Trend, oder ist zu früh online und mit zu neuen Featuren unterwegs.

Siehe auch:

Nicht alles was glänzt ist Gold.

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Veröffentlicht in Analyse: Internet-Ökonomie

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