Internetstrategie: "Freemium"
Analog zur klassischen Penetrationsstrategie, fungiert der Begriff „Freemium“ dementsprechend für Internetunternehmen.
Ziel ist es, durch die kostenlose Verfügbarkeit, z.B. eines E-Mail Accounts oder einer Communitymitgliedschaft, möglichst schnell viele User zu bekommen, damit die kritische Masse und die daraus resultierenden Netzwerk- und Skaleneffekte erreicht werden können.
Allerdings ist die kostenlos erhaltene Leistung nicht optimal für den User. Mit ihr gehen gewisse Benachteiligungen einher, denn nur so kann man die zusätzlichen Premium-Angebote (schnelleren Download, umfangreicheren Account, etc.) attraktiv vermarkten.
Dumm ist nur, dass der Wechsel von Free- zu Premiumusern nicht häufig gelingt. Dazu ist die Konkurrenz einfach viel zu groß. Deswegen müssen Unternehmen, wohl oder übel, zumeist dieses Pricingmodell verfolgen, andernfalls kann man nur sehr schwer im Wettbewerb bestehen. Zusätzlich ist es im Grunde die einzige Möglichkeit, um überhaupt ein paar Erlöse zu erwirtschaften!
Auch wenn Freemium dem Verschenken von Leistungen gleichkommt, ist diese Strategie gerade im Bezug auf internet-ökonomische Marktstrukturen sehr wichtig.
Denn so wird eine kritische Masse erreicht. Diese wiederum macht die Webseite durch die hohe Reichweite werbeattraktiv und durch One-to-One-Marketing bestehen auch gute Chancen, Güter und Leistungen - von teilweise Dritten - zu verkaufen.
Es bilden sich Economies of Scale und Netzwerkeffekte. Zwei ganz entscheidende Erfolgsfaktoren für Internet- und E-Commerce-Unternehmen. Positives Feedback und ein schnell zu erreichender Bekanntheitsgrad sind weitere positive Effekte der Freemium-Strategie.
Der Nachteil, dass die „kostenlos-Mentalität“ der User dadurch bestärkt würde, welches wiederum die gering ausgeprägte Wechselbereitschaft zu Premium-Angeboten bestärkt, ist nur deswegen ein Nachteil, weil noch eine erhebliche Diskrepanz zwischen Reichweite und Werbebudgets vorhanden ist.
Wenn sich Online-Werbung der Realität anpasst, wird Freemium in gewissen Branchen als die bevorzugte Internetstrategie gelten. Denn das viele Internetfirmen noch nicht die benötigte Refinanzierung erhalten, liegt eher an dieser Werbediskrepanz, als an dem Freemium-Modell.
Hinzu kommt, dass sich alsbald Standards bezüglich der Werbevermarktung, Werbeeinheiten und Werbeperformance entwickeln müssen, so dass klar definiert werden kann, was die Währung im Internet ist. Verweildauer, Reichweite oder Unique Users???
Wäre dies geklärt, würden sich auch die Anbieter selbst nicht einem verschärften Gratis-Wettbewerb stellen, mit immer mehr Gratis-Speicherplatz usw.
Grundsätzlich gilt aber, dass Freemium bzw. die Follow-the-free-Strategie sehr erfolgsversprechende Eintrittsstrategien sind!