These 10: Normalisierung bei der Börsenkapitalisierung führt zur Auslese bei den Internet-Firmen
„Normalisierung bei der Börsenkapitalisierung führt zur Auslese bei den Internet-Firmen“
Ja? – Nein? – Inwiefern?
Die Gefahr von börsennotierten Internetunternehmen ist, dass der Aktienkurs zu sehr an Erwartungen geknüpft ist, nicht aber an fundamentale Daten. Welche Start-Ups wahre Goldesel werden und ob die übertriebenen Prognosen von Experten immer so eintreffen, wie vorhergesagt, kann man nicht sagen und deswegen sollte man die fundamentalen Daten beachten und internetökonomisches Wissen mitbringen. Lesen Sie selbst, These 10 zur Internet-Ökonomie:
These 10 lautet im Original so:
„Normalisierung bei der Börsenkapitalisierung führt zur Auslese bei den Internet-Firmen
Die jeweils aktuelle Börsenbewertung von Internet-Firmen ist ein ungeeigneter Frühindikator zur Bewertung der langfristigen Erfolgsaussichten und Durchsetzungschancen internet- und e-commerce-basierter Geschäftsmodelle in der Gesamtwirtschaft. Börsenwerte bilden sich durch Kauf-/Verkaufsentscheidungen, die auf der Grundlage einer (paradoxen) Kommunikation von Erwartungserwartungen zustanden kommen, die von mit interessierten Dritten (Börsenanalysten, Beratern) über Medien beeinflußt werden. In den Frühphasen der Internet-Ökonomie lassen sich explodierende Börsenbewertungen oftmals als ausufernde Wetten auf die künftige Durchsetzung eines erhofften lukrativen Standards auffassen.
Der IPO (Börsengang) ist ein volatiles Finanzierungsinstrument für Start-Up-Unternehmen ebenso wie für etablierte Unternehmen. Die einseitige Orientierung der Börsen-Bewertung an Wachstums- oder nur Kurserwartungen bei gleichzeitiger Vernachlässigung Geschäftsrisiken ist eine zeitlich begrenzte Hype-Reaktion. Je mehr sich die Nutzung des Internet durchsetzt und je mehr sich E-Commerce zum Normalfall entwickelt, desto wichtiger werden traditionelle Finanzierungsmodelle, und desto stärker nähern sich die Maßstäbe der Börsenbewertung an.“
Die Normalisierung ist auch bitternötig. Wer will schon ein Déjà-vu Erlebnis der DotCom-Blase am Anfang des 21. Jahrhunderts. Damals konnte jeder ein Unternehmer und Internetpionier sein, damals zählten nur Visionen, wie die umgesetzt werden sollten, spielten keine Rolle. Zu viel Ernst hätte ja der Verblendung der Aktionäre schlecht getan, und so kam es, dass die Aktienkurse der New Economy aufgrund von übertriebenen und euphorischen Erwartungen in den Himmel stiegen, nicht aber aufgrund von starken fundamentalen Daten.
Dass dies jetzt anders ist, ist nur eine logische Konsequenz nach der ganzen Träumerei. Ein vorsichtiger und rationaler Blick auf die Internet-Firmen zahlt sich dann doch letztendlich aus. Google und Yahoo haben nun auch genügend materiellen Besitz, und zumindest Google ist sehr solide und ausreichend finanziert. Außerdem ist das Spektrum von Google sehr diversifiziert, zukunftsträchtig und immer in Verbindung mit dem Kerngeschäft Online-Werbung.
Aber dennoch zeigt uns der andauernde Web 2.0 Boom, dass die Anleger nicht allzu viel aus den New Economy Jahren gelernt haben. Viel zu euphorisch werden einige Start-Ups beschrieben, unmögliche Unsummen gezahlt und eine viel zu innovationsfreudige Digitalisierung heraufbeschwören. Ich meine dies, vor allem im Hinblick auf Communities. Dort wurde viel investiert, ohne das funktionierende Erlösmodelle gefunden wurden.
Ein Glück, dass die Internetbranche sehr Venture-Capital lastig ist, so wird der Betriebswirtschaft eine höhere Bedeutung zugemessen. Dies ist ja dringend erforderlich, da sich, wie in der These beschrieben, die Nutzung des Internets mehr und mehr durchsetzt und viele Unternehmen ohne Internet- und Digitalisierungsbezug kaum noch wirtschaften können.
Siehe auch:
Thesen-Überblick: „Die Zehn Thesen zur Internet-Ökonomie“
These 1: „Die Digitalisierung der Wertschöpfung erfaßt alle Bereiche der Wirtschaft“
These 2: „Kritische Masse wird zum Schlüsselfaktor der vernetzten Wirtschaft“
These 3: „Traditionelle Wertschöpfungsketten erodieren“
These 4: „Der Kampf um die Aufmerksamkeit wird zur entscheidenden Wettbewerbsarena“
These 5: „Neue komplexe Wertschöpfungsnetze erfordern Wettbewerb und Kooperation“
These 7: „Electronic-Commerce wird zum Normalfall“
These 8: “Digitalisierung erleichtert Produtk- und Preisdifferenzierung”
These 9: „Bisherige Regulierungsmodelle werden obsolet“