These 1: Die Digitalisierung der Wertschöpfung erfaßt alle Bereiche der Wirtschaft
„Die Digitalisierung der Wertschöpfung erfaßt
alle Bereiche der Wirtschaft“
Ja? – Nein? – Inwiefern?
Immer mehr von uns, unserer Form des Zusammenlebens und Teile unserer Arbeit wird durch das Internet abgebildet. Langfristig gesehen, hat die digitale Revolution alles unterwandert was es an Wirtschaftsbereichen und Lebensweisen gibt. Nichts und niemand kann sich dieser Entwicklung entziehen, es sei denn man findet an kompletter Ausgrenzung gefallen. Hier ist sie, die erste These zur Internet-Ökonomie.
These 1 lautet im Original so:
1. „Die Digitalisierung der Wertschöpfung erfaßt alle Bereiche der Wirtschaft
Die Realität verändert sich: Die Internet-Ökonomie erfaßt immer mehr Bereiche der Volkswirtschaft. Sie basiert auf einer neuen elektronischen Infrastruktur, die den Wechsel von physischen Atomen (materiellen Gütern) zu digitalen Bits (Informationen) beschleunigt und altbekannte Strategien zunehmend unwirksam werden läßt. Die Konsequenzen sind radikal, machen sich aber nur schleichend bemerkbar.
Bits kann man verkaufen und gleichzeitig behalten. Original und Kopie sind nicht voneinander zu unterscheiden. Zudem tendieren die Grenzkosten für die Produktion weiterer Kopien gegen null. Man benötigt keine Lagerhallen. Bits haben kein Gewicht und bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit. Bits halten sich nicht an Grenzen, ihre Bewegungen lassen sich in einer vernetzten Wirtschaft praktisch nicht kontrollieren oder behindern: Der Marktplatz von Bits ist global. (Negroponte)“
Was das genau bedeutet, hoffe ich durch die nächsten Zeilen verständlicher zu machen.
Im ersten Abschnitt erfährt man genau das, was man eigentlich schon weiß und jeden Tag zu Hause, bei der Arbeit und in der Freizeit aufs Neue erfährt. Das Internet ist nicht nur eine „virtuelle Welt“, ein riesiges Wissensportal und Kommunikationstool, es ist die bestehende und sich ausbreitende Infrastruktur unseres gesamten Handelns. Wir benutzen es ständig, überall und für all mögliche Dinge. Dabei wird der Einsatz der Bits und Bytes immer vielfältiger und sich auch vermehrt häufen. Er ist jetzt schon kaum wegzudenken und dies wird sich schon sehr bald weiter verstärken!
Wie aus dem roten Faden abzuleiten ist, ist der Transformationsprozess noch im vollen Gange und ich bin sogar davon überzeugt, dass erst noch am Anfang steht. Denn was wird momentan im Web dargestellt. Bisher sind es Produkte und Dienstleistungen, die sich hervorragend digital produzieren und verbreiten lassen, wie z.B. Musikstücke, Filme oder Spiele. Es sind vor allem die typischen Medieninhalte, Information und Unterhaltung, die den Weg ins Netz fanden. Hinzu kommen Beratungsleistungen und Abwicklungsmechanismen.
Außerdem ermöglicht es uns, unsere Gewohnheiten und Verhaltensweisen fast 1:1 im Netz abzubilden. Wir können zwischen Tür und Angel ein Gespräch führen, oder über das Internet. Kommunikationsdienste sind folglich weitere Bereiche, die durch die Digitalisierung umgekrempelt werden. Unser soziales Umfeld und uns selbst, als soziales Wesen, lässt sich immer besser im Netz darstellen. Auch verbessert die Digitalisierung die Prozesse, deutlich spürbar im B2B-Bereich, aber auch Suchprozesse, Bestellvorgänge und Kaufabwicklungen lassen sich hervorragend abbilden, wie man an den Wachstumsraten des Online-Shoppings erkennen kann.
Eine ganz große Entwicklung steht uns aber noch bevor. Wir suchen, finden, gestalten und kaufen viele Produkte, wie Kleidung, Möbel oder Fotoalben selbst, aber produziert werden sie stets real, von Menschen und zum Anfassen. Wenn immer mehr technische Geräte, außerhalb der TIME-Branche mit dem Internet verbunden werden und Produkte an sich nur noch virtuell aufbereitet und präsentiert werden, also die Haptik zurückgedrängt wird, erst dann hat das Internet die digitale Revolution zu Ende gebracht.
Zwar weiß ich auch, dass sich Lebensmittel und Kleidungsstücke weder virtuell herstellen lassen noch genutzt werden können, und das Handwerksarbeiten an realen Geräten stattfinden und operative Eingriffe an Menschen ausgeführt werden müssen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sich viele Bereiche des Produktionssektors zunehmend als digitale Bits und Bytes zur Verfügung stehen werden, je mehr Geräte digitaler werden.
Die Konsequenzen, dass die Welt und die Gesellschaftsformen von heute, bald nicht mehr existiert, ist eine Tatsache. Aber wie auch im Zitat erwähnt, ist dies ein langwieriger Prozess, der noch viele Generationen überleben wird und den Wir (ich bin jetzt Anfang Zwanzig) wohl nicht mehr erleben werden.
Zudem hoffe ich, dass in Zukunft vieles des Digitalen so kostengünstig angeboten wird, wie niemals zuvor. Zum Einen, da der Marktplatz von Bits ja global ist, und die E-Commerce-Firmen sich in einem solch starken Wettbewerb finden, als dass sie möglichst günstig anbieten müssen, zum Zweiten, da die Grenzkosten für die Produktion von digitalen Gütern nahe Null geht. Im Medienbereich sehen wir die Auswirkungen des Wettbewerbs, Informationen sind grundsätzlich „free content“ und für on demand-Güter, wie z.B. mp3-files werden die Downloadpreise auch rapide senken. Schließlich kostet es nichts, Musikstücke zu kopieren.
Zum Schluss meiner Erörterung möchte ich noch die zweite Aussage, dass Lagerhallen unnötig werden, für zu übertrieben outen. Anstelle von Produkten, die nun über das Internet vertrieben werden können, stehen nun Server und Festplatten in den Hallen. Außerdem sollte man unter Lagerhallen nicht nur die gebauten Immobilien fassen, sondern auch Server und Festplatten an sich, da sie jede Menge an Daten beherbergen.
Siehe auch:
Thesen-Überblick: „Die Zehn Thesen zur Internet-Ökonomie“
These 2: „Kritische Masse wird zum Schlüsselfaktor der vernetzten Wirtschaft“
These 3: „Traditionelle Wertschöpfungsketten erodieren“
These 4: „Der Kampf um die Aufmerksamkeit wird zur entscheidenden Wettbewerbsarena“
These 5: „Neue komplexe Wertschöpfungsnetze erfordern Wettbewerb und Kooperation“
These 7: „Electronic-Commerce wird zum Normalfall“
These 8: “Digitalisierung erleichtert Produtk- und Preisdifferenzierung”
These 9: „Bisherige Regulierungsmodelle werden obsolet“
These 10: „Normalisierung bei der Börsenkapitalisierung führt zur Auslese bei den Internet-Firmen“