These 7: Electronic-Commerce wird zum Normalfall
„Electronic-Commerce wird zum Normalfall“
Ja? – Nein? – Inwiefern?
Beim Stichwort E-Commerce denkt jeder zunächst an den B2B-Bereich. Dass ist legitim, denn nirgendwo sonst, wie im Supply Chain Management wird E-Commerce eingesetzt. Dort ist die Vernetzung am Stärksten. Allerdings steht dem B2C-Bereich die gleiche Entwicklung bevor. Logisch, denn je mehr das Internet zu unserem Alltag gehört, muss E-Commerce folglich zum Normalfall werden. Lesen Sie selbst, These 7 zur Internet-Ökonomie.
These 7 lautet im Original so:
„Electronic Commerce wird zum Normalfall
E-Commerce verstanden als Digitalisierung marktlicher Transaktionen wird mittelfristig zum Normalfall der Organisation von Geschäftsbeziehungen im Business-to-Business-Bereich mit weitreichenden Konsequenzen für die Marktstrukturen. Der Business-to-Consumer-Bereich transformiert sich demgegenüber deutlich langsamer.
Die Digitalisierung der Wertschöpfungskette erlaub in zunehmenden Maße eine Entbündelung der Funktion des Handels und ermöglicht den Eintritt neuer Intermediäre (z.B. Suchmaschinen etc.). Hierbei sind zwei gegenläufige Tendenzen zu beobachten. Einerseits der Wegfall von Handelsstufen durch direkte Produzenten-Konsumenten-Beziehungen und andererseits das Auftreten neuer Handelsmittler (z.B. elektronische Marktplätze).“
Ob E-Commerce nun mit „doing business in the Internet“ (so, wurde es mir an der UCSC gelehrt), oder als die „Digitalisierung marktlicher Transaktionen“ definiert wird, ist doch egal, denn dass E-Commerce zum Normalfall wird, ist definitiv.
Im B2B-Bereich ist es schon normal, und für den B2C-Bereich wird es das bald auch. Voraussetzung ist eine wachsende Anzahl an Internetanschlüssen in Haushalten und die generationsübergreifende Nutzung des Internets.
Durch die vielfältige Befähigung der Konsumenten und die Kostenvorteile für die Anbieter wird sich das Internet auch weiterhin sehr stark im B2C-Bereich entwickeln. Die Erosion der Wertschöpfungsketten, die Mitmach-Funktion und der Informationsgehalt des Webs sind hierbei die treibenden Kräfte.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die User nicht nur untereinander chatten, sondern auch ihre Käufe abwickeln. Sobald alle Geschäfte, wirklich alle – auch die Tante Emma Läden an der Ecke -, ihren Lagerbestand digitalisiert haben, so dass er immer und überall von jedem abrufbar wird, wird insbesondere der Bestellvorgang den E-Commerce im B2C-Bereich ausmachen.
Es würde uns die Möglichkeit geben, sehr schnell an die erforderlichen Daten, wie Vorrat, Lieferzeit, Preis, etc. zu kommen, mit dem Anbieter zu kommunizieren und zu interagieren, was im Bezug auf den starken Personalisierungstrend der Menschen nur vorteilhaft ist.
Dazu ist natürlich auch die technische Entwicklung notwendig und die Dauer, bis die Vernetzung zwischen Unternehmen und Konsumenten soweit fortgeschritten ist, wie es heutzutage schon im B2B-Bereich der Fall ist. Dazu ist adäquate Ausstattung notwendig. Die nötige Software muss entwickelt werden, die Kompatibilität mit den unterschiedlichen Endgeräten der Menschen sichergestellt werden und die Nutzung von Online-Shopping forciert werden. Schließlich ist Einkaufen gehen ein elementarer Bestandteil von Menschen und generell ein gesellschaftliches Vergnügen ist, da es ein soziales Umfeld und Interaktion mit Mitmenschen bietet.
Außerdem darf man den Trend des „Enterprise 2.0“ nicht vergessen und da das Internet immer mehr unsere elektronische Infrastruktur für unser gesamten Handeln ist, wird das menschliche Verhalten selbst immer mehr digital. Momentan ist es die Kommunikation und die Medienrezeption, aber Shopping ist denen dicht auf den Fersen und damit ist E-Commerce als Normalfall, auch im Business-to-Consumer-Bereich nur noch eine Frage der Zeit.
Siehe auch:
Thesen-Überblick: „Die Zehn Thesen zur Internet-Ökonomie“
These 1: „Die Digitalisierung der Wertschöpfung erfaßt alle Bereiche der Wirtschaft“
These 2: „Kritische Masse wird zum Schlüsselfaktor der vernetzten Wirtschaft“
These 3: „Traditionelle Wertschöpfungsketten erodieren“
These 4: „Der Kampf um die Aufmerksamkeit wird zur entscheidenden Wettbewerbsarena“
These 5: „Neue komplexe Wertschöpfungsnetze erfordern Wettbewerb und Kooperation“
These 8: “Digitalisierung erleichtert Produtk- und Preisdifferenzierung”
These 9: „Bisherige Regulierungsmodelle werden obsolet“
These 10: „Normalisierung bei der Börsenkapitalisierung führt zur Auslese bei den Internet-Firmen“